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Mein Panchakarma Kur Tagebuch

Eine Ayurveda Panchakarma Kur reinigt den Körper in verschiedenen, aufeinander aufbauenden, Stufen intensiv von innen und außen und legt den Grundstein zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Organismus. Sie dient der präventiven Gesundheitsvorsorge, aber auch in der Nachsorge und Regeneration hat sich die Panchakarma Kur hervorragend bewährt. Panchakarma bedeutet „fünffache“ Reinigung und ist eine individuelle Therapie, die auf die Konstitution des Menschen, das Alter, den Gesundheitszustand und die Jahreszeit abgestimmt werden sollte. Panchakarma umfasst fünf verschiedene Ausleitungsverfahren über Darm, Mund, Nase und Haut, wobei nicht immer alle im Rahmen einer Kur zum Einsatz kommen. Die Kur ist dafür da, den Körper tiefgreifend zu reinigen, zur Ruhe zu kommen, Kraft und Lebensenergie zu tanken und Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen.

Panchakarma Kur für mehr Leichtigkeit und Energie

Nach einer Panchakarma Kur fühle ich mich immer befreiter, leichter, wohler und voller Energie. Das merkt auch mein Umfeld, denn immer wieder werde ich von Kunden, Klienten, aber auch Freunden gefragt, was denn bei der Panchakarma Kur mit mir „passiert“ sei und warum ich danach so entspannt und strahlend wieder nach Hause zurückkehre. Aus diesem Grund habe ich einmal die einzelnen Tage meiner letzten Panchakarma Kur im Ayurveda Parkschlösschen aufgeschrieben.

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18. september 2019 | Tag 1 – Endlich ankommen

Wochenlang habe ich diesen Tag herbeigesehnt! Jetzt stehe ich bei strahlendem Sonnenschein endlich vor dem großen, schmiedeeisernen Tor des Ayurveda Parkschlösschens in Traben Trarbach und drücke auf die Klingel. Eine freundliche Stimme antwortet und Momente später öffnet sich das Tor. Langsam fahre ich in den verwunschenen Park auf das Fachwerkschlösschen zu, gehe die Treppe hinauf und betrete die große Eingangshalle.

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Sofort spüre ich die Ruhe, die ich schon bei meinem ersten Besuch im Oktober 2018 wahrgenommen habe. Die Damen an der Rezeption begrüßen mich freundlich und die Gästebetreuerin – Frau Röder – nimmt mich in Empfang. Um 14.30 Uhr sollte ich spätestens da sein und das habe ich pünktlich geschafft. Frau Röder händigt mir meinen persönlichen Tagesplan mit allen relevanten Terminen aus und begleitet mich aufs Zimmer. Sie erklärt mir die kleine Musikanlage neben dem Bett mit Radio, Meditationen und Rezitationen aus dem vedischen Schriften. Danach nimmt Sie mich mit auf eine Tour durch das ganze Haus, damit ich mich in den verschiedenen Bereichen zurechtfinde. Sie erklärt mir die Abläufe im Haus.

Nach diesem Rundgang ist auch schon mein Gepäck auf dem Zimmer und mein Auto geparkt. Das Zimmer ist liebevoll eingerichtet mit einem antiken Sekretär, einem hellen Holzboden und hellen Holzmöbeln. Das Bad mit Badewanne und Marmorfliesen. Eine Kanne mit heißem Wasser, von dem ich täglich mindestens 2 Liter trinken soll, steht auch schon bereit. Ich räume meinen Koffer aus und schwupps ist es auch schon Zeit für meinen ersten Termin: Die ärztliche Konsultation mit Vanita Kansal.

Ärztliche Konsultation als Grundlage für die Therapie

Ich kenne Frau Kansal bereits vom Ayurveda Symposium an der Europäischen Akademie für Ayurveda in Birstein. Frau Kansal ist Heilpraktikerin mit Spezialisierung in Ayurveda Medizin und Ayurveda Medizinerin (Bachelor of Ayurvedic Medicine, Indien). Sie nimmt mich herzlich in Empfang und wir beginnen mit der ausführlichen Anamnese.

Ich hatte bereits eine Woche vor meiner Ankunft einen Fragebogen ausgefüllt und zurückgemailt, damit sich Frau Kansal optimal auf unseren Termin vorbereiten konnte. Wir gehen die Punkte durch, reden über meine Gewohnheiten, wie ich mich ernähre, wie ich mit Stress umgehe und welche Bereiche in meinem Leben mich belasten. Dann schaut sie sich meine Augen und meine Zunge an, misst Blutdruck und macht eine Pulsdiagnose.

Meine persönliche Diagnose

Mein Nervensystem ist überreizt, ich schlafe schlecht, Körper und Geist können sich nicht gut regenerieren und meine Leber ist überlastet (das geht auch ohne Alkohol). Ayurvedisch gesagt bedeutet das, dass bei mir Pitta und Vata erhöht sind und durch verschiedene Maßnahmen gesenkt werden müssen. Einen Einblick in die verschiedenen ayurvedischen Konstitutionstypen gibt es hier.

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Auf die Diagnose folgt der individuell abgestimmte Behandlungsplan für die Panchakarma Kur. Die Panchakarma Kur besteht aus zwei Phasen. In der ersten werden Stoffwechselrückstände mobilisiert, die dann in der zweiten Phase ausgeschieden werden. Zur Mobilisierung verwendet der Ayurveda ölige Substanzen, die innerlich über eine differenzierte Diät und äußerlich in Form verschiedener Ölmassagen oder Ölbehandlungen verabreicht werden. Anschließend wird mit Wärmebehandlungen die Sekretion der Haut und der Schleimhäute angeregt. Nach dieser Vorbereitung kommen in der zweiten Phase die eigentlichen, reinigenden Maßnahmen zur Anwendung. Mit unterschiedlichen medizinischen Einläufen und anderen Verfahren zur Reinigung des Verdauungstrakts werden Schlacken und Giftstoffe ausgeschieden. Durch all diese Maßnahmen werden sämtliche Ausscheidungswege des Körpers aktiviert: Verdauungssystem, Nieren, ableitende Harnwege, Haut und Atemwege.

Die Panchakarma Kur besteht aus zwei Phasen: 1. Mobilisierung der Stoffwechselrückstände, 2. Ausscheidung der Schlacken und Giftstoffe

Ich bekomme meinen persönlichen Therapieplan mit allen Behandlungen, den für mich passenden Ölen, ayurvedischen Kräutertabletten und Detoxgetränken und der eindringlichen Bitte, Handy und Computer für die nächsten Tage nicht zu benutzen, um mein Nervenkostüm vor den vielen Informationen und Eindrücken zu schonen und mehr bei mir anzukommen.

Täglich gibt es zwei Yogaeinheiten, Pranayama oder Meditation

Im Ayurveda Parkschlösschen wird jeden Tag um 8.00 Uhr und 17.00 Uhr eine Yogastunde in einem wunderschönen, lichtdurchflutetem Raum mit Blick in die Baumwipfel angeboten. Das morgendliche Yoga ist sanft, aber dennoch aktivierend und das abendliche Yoga eher beruhigend. Beide Yogastunden sind sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene geeignet. Im Anschluss an das Abendyoga besteht die Möglichkeit zu einer 15-30 minütigen Atemübung oder Meditation. Ich mache alles mit und merke gleich, wie mein Geist sich beruhigt.

Gourmet-Abendessen zwischen 18.00 und 19.30 Uhr

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Im Ayurveda Parkschlösschen bedeutet Essen vegetarisch-ayurvedische Gourmetküche auf Sterneniveau. Meist wird sogar vegan gekocht, um den Körper bei seiner Entgiftungsarbeit zu unterstützen. Während der Panchakarma Kur verspüre ich keinen Hunger. Es gibt immer mindestens 2 Mahlzeiten am Tag. Alle Mahlzeiten während der Kur sind warm, da warme Mahlzeiten leichter verdaulich sind und den Stoffwechsel nicht belasten.

Der Restaurantleiter führt mich zu meinem Einzeltisch, den ich für die nächsten 9 Tage behalte. Dort liegt auch schon mein persönlicher Terminplan für den nächsten Tag und die Kräutertabletten, die ich zum Essen einnehmen soll. Fast so, als ob ich einen exklusiven Wein bestellen möchte, werde ich gefragt, ob ich ein heißes Wasser oder lieber einen Tee trinken möchte. Genauso wird dieses dann auch serviert. Anschließend bekomme ich eine Reisnudelpfanne, Dahl-Curry und Mini Gemüsebündchen. Köstlich!!!!

Um 19.30 Uhr gibt es zum Abschluss des Tages in der Hotellobby noch einen alkoholfreien ayurvedischen Tropical Cocktail.

 

19. September 2019 | Tag 2 – Entspannung total

Mein nächster Tag beginnt bei strahlendem Sonnenschein um 7.00 Uhr mit einem Detoxgetränk im Restaurant. Ich schlüpfe in meine Yogakleidung und gehe ins Restaurant, um mir auf nüchternen Magen den mit Kräutern versehenen Aloe Vera Saft abzuholen. Dort treffe ich auf andere Gäste, die wie ich erst einmal skeptisch sind, wie diese Getränke wohl schmecken. Schnell ist man im Gespräch und entscheidet sich dafür, diesen Start in den Tag mit Humor zu nehmen. Mein Trunk schmeckt bitter, aber erträglich.

Um 8.00 Uhr gibt es Yoga mit Carol. Sehr sanft weckt sie unseren Körper auf, um dann in dynamischere Übungen überzugehen. Um 9.00 Uhr bin ich hellwach und da ich an den Tagen, an denen ich morgens ein Detoxgetränk bekomme, nicht frühstücken darf, erkunde ich anschließend den Shop mit vielen inspirierenden Büchern, Gewürzen, Ölen, Yogakleidung, tollen Schals und vielem mehr.

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Um 9.30 Uhr findet der Einführungsvortrag „Ayurveda Therapie“ von Frau Röder statt. Sehr anschaulich beschreibt sie die Grundlagen des Ayurveda, die Philosophie, die verschiedenen Elemente und die verschiedenen Phasen der Panchakarmakur. Auch Gäste, die vorher noch nie mit Ayurveda in Berührung gekommen sind, verstehen nun, was Vata, Pitta und Kapha bedeutet, wie die Panchakarmakur abläuft und die Hintergründe der Therapien und der Ernährung vor, während und nach der Kur.

Tiefenentspannung durch vierhändige Synchronmassagen

Voller Vorfreude gehe ich um 11.15 Uhr im schneeweißen Bademantel zu meiner ersten Behandlung ins Therapiezentrum, das sich im Herzen des Gebäudes befindet. Hier nimmt mich Therapeutin Maria sehr herzlich in Empfang, steckt meine Füße in liebevoll bemalte Frotteeschlappen und nimmt mich mit in einen warmen, kuscheligen Raum, wo schon eine zweite Therapeutin wartet. Meine Behandlungen heute sind Abhyanga und Shirodhara, die ayurvedische synchrone Ganzkörpermassage und der Stirnguss. Aufgrund der Tatsache, dass ich mit einem Kopf voll tausender tobender Gedanken angereist bin, hat Frau Kansal entschieden, in die erste Behandlung einen Stirnguss zu integrieren. Dieser soll Klarheit bringen, das vegetative Nervensystem beruhigen, harmonisieren und ist besonders bei Stresszuständen, Schlafstörungen, chronischen Kopfschmerzen, Bluthochdruck und anderen neurovegetativen Störungen geeignet.

Maria bittet mich, in dem Sessel Platz zu nehmen, packt meine Füße in ein Handtuch mit Wärmflasche und beginnt mit einer sanften Kopfmassage. Ich liiiiieeebe Kopfmassagen und fühle mich sofort wohlig entspannt und geborgen. Weiter geht es mit einer Nackenmassage und dann darf ich auf die warme Liege krabbeln und mich auf den Rücken legen.

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Ich werde mit warmen Tüchern zugedeckt und die Ganzkörper-Synchronmassage beginnt. Die Abhyanga wird traditionell zur Entgiftung und Harmonisierung angewendet, beugt dem Alterungsprozess vor, nährt die Gewebe, verbessert den Schlaf, kräftigt die Haut und fördert Entspannung und Wohlbefinden. Die Therapeutinnen beginnen vierhändig im Gleichklang auf beiden Seiten. Sie starten an den Beinen und massieren sich nach und nach durch den ganzen Körper. Von den Zehenspitzen bis zum Kopf. Ich genieße diese Massage sehr und verfalle immer mehr in einen tranceartigen Zustand, ohne einzuschlafen. Ich habe das Gefühl, immer tiefer in die Matte einzusinken.

Irgendwann ist die Massage vorbei, ich liege total entspannt auf der Liege und bekomme am Rande mit, wie alles für den Stirnguss vorbereitet wird. Maria legt einen Wattestrang in Höhe der Augenbrauen auf meine Stirn, verschließt meine Ohren mit Watte und meine Augen mit in Rosenwasser getränkten Augenpads. Ruhig und leicht liege ich auf dem Rücken und harre der Dinge, die da kommen.

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Das Öl beginnt langsam und in sehr gleichmäßigen kreisförmigen Bewegungen über meine Stirn zu fließen. Immer der gleiche Weg. Rechts links rechts links. Immer wieder… Ich versuche, mich auf das Öl auf meiner Stirn zu konzentrieren, aber meine Gedanken rasen wild und unaufhörlich durch meinen Kopf. Entspannend finde ich das nicht. Doch irgendwann ganz plötzlich ändert sich die Situation schlagartig. Meine Gedanken werden ruhiger, ich lasse los, entspanne und ….schlafe ein. Ich komme erst wieder zu mir, als Maria die Tür des Behandlungsraum öffnet, um mich nach einer kurzen Ruhephase auf der Liege in einen separaten Ruheraum zu bringen, in dem ich weiter nachruhen und anschließend auch duschen kann.

Ich fühle mich wie in einem Kokon, als ich anschließend auf mein Zimmer gehe, um mich für das Mittagessen umzuziehen. Das Mittagessen und den Nachmittag verbringe ich ohne viele Gespräche und genieße die Ruhe in meinem Kopf. Ich freue mich auf das Yoga am Nachmittag mit Katrin, die mich sanft durch die Asanas führt, die Meditation und das anschließende fantastische Abendessen. Ich lasse mir noch eine zweite Portion bringen. Ich bin ja nicht zum Abnehmen hier, sondern „nur“ zum Entgiften.

Regelmäßige Vorträge von Ayurveda-Experten

Um 19.45 Uhr wird ein Vortrag über „Karma Management“ von Kathleen Landbeck, der Ayurveda Psychologie Beraterin angeboten. Ich überlege kurz, ob ich mich lieber zurückziehen soll, aber die Neugierde siegt und ich setze mich mit einem heißen Abendtee zusammen mit anderen Gästen in den gemütlichen Vortragsraum. Kathleen Landbeck ist eine sehr inspirierende und humorvolle Amerikanerin, erklärt, dass Karma mit Tat, Handlung zu übersetzen ist und zeigt uns viele interessante Zusammenhänge zwischen unseren Gedanken, Gefühlen und Handlungen auf und warum es kein schlechtes Karma gibt. Mit der Erkenntnis, dass ich einen ruhigen Geist brauche, um auf mein inneres GPS-System hören zu können, gehe ich in mein Zimmer, trinke noch eine Tasse ayurvedische Schlafmilch und schlafe sofort ein.

Es gibt keinen Zustand, in dem wir nichts tun!

20. September 2019 | Tag 3 – Giftstoffe mobilisieren und Stoffwechsel aktivieren

Am nächsten Morgen wartet um 7.00 Uhr meine erste Portion Bitterghee im Restaurant auf mich. Dies ist das ayurvedische Butterfett Ghee, das mit Kräuterpulver gemischt wird. Diese Mischung unterstützt den Körper dabei, die fettlöslichen Giftstoffe zu mobilisieren. Anschließend mache ich einen kleinen Spaziergang im Park, damit sich das Getränk gut im Magen und Darm verteilen kann. Nachdem ich sicher sein kann, dass es dort auch bleibt, gehe ich wieder zum Yoga.

Veränderungsprozesse beginnen

Um 10.00 Uhr steht eine Konsultation bei der Ayurveda-Medizinerin dem Plan, die sich danach erkundigt, wie es mir geht und wie die Stoffwechsel- und Ausscheidungslage ist. Diese Informationen sind wichtig, um den Körper optimal auf den Reinigungsprozess in Phase zwei vorzubereiten. Das Agni, das Verdauungsfeuer, muss brennen. Alle Maßnahmen in der Vorkur zu Hause und in der ersten Phase unterstützen dieses Ziel. Ich bin heute müde, habe Stimmungsschwankungen und bin sehr nah am Wasser gebaut, was nach Aussage von Frau Kansal aber ganz normal ist und zeigt, dass Veränderungsprozesse in Körper und Geist stattfinden.

Um 11.15 Uhr erwartet mich Therapeutin Ellen zur Padabhyanga, der ayurvedischen Fußmassage. Ellen bittet mich, im Sessel Platz zu nehmen. Sie richtet kurz meinen Kopf aus und streicht das Gesicht aus. Dann steige ich auf die beheizte Liege. „So kuschelig und gemütlich“, denke ich kleine Frostbeule. Selbst im Sommer habe ich kalte Füße. Ellen deckt meinen Körper mit einem warmen Tuch zu und bedeckt meine Augen mit Rosenwasser-Pads. Anschließend kümmert Sie sich um meine Füße, Unterschenkel, Knie und Beine. Bei der Padabhyanga Behandlung werden bestimmte Vitalpunkte, sogenannte Marmapunkte, aktiviert. Dadurch können sich Blockaden lösen und der Energiefluss wird angeregt.

Die Fußmassage wirkt unglaublich erdend und hilft unter anderem bei innerer Unruhe, Schlafstörungen, Nervosität und Kopfschmerzen. Als kleiner Nebeneffekt sorgt die Behandlung für feinere und weichere Füßchen. Da ich sehr viel barfuß laufe, kommt mir das gerade recht.
Ellen holt mich flüsternd aus meiner Tiefenentspannung zurück und ich ruhe mich bis zum Mittagessen noch in meinem Zimmer aus.

Das Mittagessen beginnt bei einem ayurvedischen Menü immer mit dem Dessert, da der süße Geschmack derjenige ist, der auf der einen Seite am meisten Zeit für die Verdauung braucht, auf der anderen Seite das Hungergefühl aber auch am schnellsten befriedigt.

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Nach dem Essen entscheide ich mich, die Natur rund um das Ayurveda Parkschlösschen zu erkunden. An der Rezeption bekomme ich Unterlagen für kleine Spazierwege und los geht’s! Ich entscheide mich für einen Rundweg durch die Weinberge in Richtung Therme, klettere hinter dem Hotel den Berg hinauf und genieße den wunderschönen Blick auf die Weinreben und ins Tal.

Steile Weinberge und lauschige Wälder

Traben Trarbach ist eine romantische Stadt an der Mosel, eingerahmt von Weinbergen und voll gespickt mit wunderschönen Jugendstilvillen. Vom Hotel aus kann man verschiedene Spazierwege an die Mosel ausprobieren, sich Fahrräder ausleihen, Tennis oder Minigolf spielen oder die Therme besuchen. Im Laufe der nächsten Tage werde ich aber feststellen, dass ich wie die meisten Gäste all diese Möglichkeiten gar nicht in Anspruch nehmen möchte, da in der Kur eher Rückzug statt Erkunden und Aktivsein angesagt ist und ich sehr glücklich in den 4 Wänden des Hotels und dem Park bin.

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Die Erschöpfung durch den steilen Aufstieg lässt nicht lange auf sich warten und ich entscheide mich nach kurzer Zeit, den Weg zurück zum Hotel zu nehmen und mich schon mal fürs Yoga umzuziehen.

Nach Yoga und Abendessen steht heute Abend ein Vortrag des Küchenchefs Sascha Weber an. Juchuuuu! Darauf habe ich mich schon so gefreut. Der Titel: „Ayurvedisch kochen – Tipps, Tricks und wertvolle Inhaltsstoffe“. Sascha Weber bringt ein ganzes Tablett voller Gewürze und ein paar Lebensmittel mit und eine Kaffeemühle zum Mahlen der Gewürze. Er startet den Abend mit einem Test. 2 Gewürze werden gemahlen und wir sollen herausfinden, welche das sind. Beim ersten sind sich alle sicher, dass es Koriander ist, das zweite Gewürz kennt niemand. Es ist gemahlener Koriander, der vorher trocken in der Pfanne angeröstet wurde. Mit diesen und weiteren wertvollen Tipps und Tricks führt Sascha Weber durch den Abend, verrät uns die Geheimnisse verschiedener Currys, Suppen und veganen Desserts, zeigt uns seine Lieblings-Trockenfrüchte wie Maulbeeren und Physalis und lässt uns getrocknete Oliven und Rhabarberchips probieren. Begeistert von so viel neuem Wissen und der Lust, alles sofort in die Tat umzusetzen, wenn ich wieder zu Hause bin, falle ich selig ins Bett.

 

21. September 2019 | Tag 4 – Viel Ruhe und OM

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Der vierte Tag im Ayurveda Parkschlösschen beginnt, wie der Tag davor, um 7.00 Uhr mit einem größeren Glas Bitterghee im Restaurant. Obwohl ich gewarnt werde, dass das Getränk auch nach einer halben Stunde noch „mit mir sprechen könne“, entscheide ich mich dazu, um 8.00 Uhr zum Yoga zu gehen und die aktivierenden Asanas mitzumachen. Es bekommt mir auch sehr gut und ich bin froh, mich eine Stunde bewegt zu haben.

Um 11.15 Uhr schlappe ich entspannt ins Therapiezentrum zum lokalen Pindasveda. Dies ist eine Synchron-Teilmassage mit Baumwollsäckchen und dient der Lockerung der Muskulatur. Ich bekomme eine Rückenmassage mit Zitronen-Kräuter-Reisbeuteln. Es riecht wie in einem spanischen Zitronenhain und ich werde wunderbar durchgeknetet. Anschließend wird ein Herz-Basti vorbereitet. Ein Basti ist ein Teigring, der auf eine bestimmte Stelle des Körpers aufgelegt und angedrückt wird und anschließend mit warmem Öl gefüllt wird. Ziel ist die Auflösung von Blockaden. Da ich ab dem 2. Tag eine Brustenge verspürt habe, hat Frau Kansal diese Art der Behandlung vorgeschlagen. Der Basti wird aufgelegt, festgedrückt und vorsichtig mit warmem Öl gefüllt. Eine wohlige Wärme breitet sich im Brust-/Herzraum aus. Alle 3 Minuten wird das abgekühlte Öl sanft abgetupft und durch neues, warmes ersetzt. Ich fühle mich wie im 7. Himmel und genieße diese fürsorgliche Geborgenheit sehr. Nach einer kleinen Ruhepause bringt mich Maria in den Ruheraum, wo ich mich noch etwas ausruhe, dann dusche und schnurstracks zum Essen gehe, da mein Magen außer Ghee am Morgen noch nichts bekommen hat.

Zur Ruhe kommen

Am Nachmittag nutze ich die Zeit, noch einmal eine Runde in den Weinbergen zu drehen, da das Wetter noch grandios ist. Strahlender Sonnenschein und 20 Grad – und das im September. Ich merke aber, dass ich ziemlich schlapp bin – die Entgiftungsprozesse strengen mich wohl doch an. Deshalb entscheide ich mich nur für eine kleine Runde und gehe um 15.30 Uhr zur Pranayama-Stunde, die noch mehr Ruhe in mein System bringt. Anschließend bleibe ich zum Yoga und zur Meditation und gehe anschließend zum Abendessen.

Danach steht ein Vortrag von Dr. med. Subasinghe auf dem Programm. Es geht um die Grundkräfte im Körper, die Doshas Vata, Pitta und Kapha. Es entsteht ein lebhafter Austausch unter den sehr interessierten Gästen.

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Die drei Dosha Freundinnen Vata, Pitta und Kapha auf dem Triplet

Pünktlich um 22.00 Uhr bin ich mit meiner Schlafmilch im Bett! Das fühlt sich gut an!

 

22. September 2019 | Tag 5 – Kulinarisches Highlight: Ayurvedisches Sonntagsbuffet

Tag 5 beginnt mit einer großen Herausforderung. Heute steht die größte Menge Bitterghee auf nüchternen Magen an. Ich kippe das Glas in einem Schluck hinunter und beiße sofort in die bereitliegende Zitrone. „Leidgenossen“ gibt es einige und man kommt schnell ins Gespräch. Alle wissen, dass es für einen guten Zweck ist und man sich nach der Kur wie neugeboren fühlt. Mit diesem guten Gefühl laufe ich ein paar Runden durch den schönen Park. Es fühlt sich ok an, aber ich entscheide mich gegen die Yogastunde, weil ich mir gerade einen nach unten schauenden Hund mit dem Gheebauch schwer vorstellen kann. Stattdessen setze ich mich mit einem Buch in die Lobby.

Es gelingt mir tatsächlich, mein Handy nur in Notfällen zu benutzen. Digital detox, smartphone- und computerfreie Zeit, um den Geist herunterzufahren und die Sinne wieder für reale Dinge zu schärfen, tut mir sehr gut. Im Ayurveda Parkschlösschen wird durch verschiedene Maßnahmen besonderer Wert darauf gelegt, die Gäste vor elektromagnetischen und anderen Störfeldern zu schützen. Der Philosophie folgend wurde deshalb ganz bewusst kein WLAN installiert. Glücklicherweise unterstützt auch meine Familie mich von zu Hause aus beim digital detox, da ich sie vorher diesbezüglich gebrieft habe.

Ayurvedisches vegetarisches und veganes Sonntagsbuffet

Da es an Ghee-Tagen kein Frühstück gibt, freue ich mich sehr auf das Mittagessen. Heute ist es ein ganz besonderes. Sonntags gibt es als kulinarisches Highlight im Ayurveda Parkschlösschen das ayurvedische Sonntagsbuffet. Hier bleiben keine Wünsche offen. Es ist ein sehr verführerisches und vielseitiges vegetarisches und veganes Buffet mit Suppen, verschiedenen warmen Gerichten, leckeren Vorspeisen, Salaten, Dips, Chutneys und kreativen Desserts. Begeistert wähle ich verschiedene Speisen aus und schreibe mir einige Rezepte auf. Z.B. Zucchini-Carpaccio, Couscoussalat mit Granatapfelkernen, Erbsenpesto, Avocadosalat, Lauch-Möhrengemüse und Ananas-Maracujacreme. Meine Geschmacksnerven sind total verzaubert! Es schmeckt alles soooo köstlich und trotzdem klingen die Rezepte sehr einfach!

Die Entgiftungsprozesse schreiten voran

Anschließend lege ich mich mit meinem Buch im Park auf eine Liege, denn ich bemerke, dass ich Ruhe brauche. Der Körper wird durch die Ghee-Tage sehr beansprucht. Ghee reinigt und entgiftet bis auf Zellebene und das macht es so wertvoll. Meine Behandlung am Nachmittag ist eine Tiefenmuskelmassage (Vishesh) und eine lokale Wärmebehandlung (Pichu). Die Mobilisierung der Giftstoffe im Gewebe wird dadurch gefördert und die Sekretion der Haut und der Schleimhäute angeregt. Ich spüre die intensiven Reinigungsprozesse in meinem Körper und gehe deshalb früh zum Abendessen und dann direkt ins Bett. Leider verpasse ich dadurch die interessante Führung durch das einzigartige Buddha-Museum in Traben Trarbach, das mich schon bei meinem ersten Besuch im Ayurveda Parkschlösschen fasziniert hat. Auch zu dem Film EAT PRAY LOVE im Fernsehraum kann ich mich nicht mehr aufraffen und schlafe schon um 20.00 Uhr entspannt ein.

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23. September 2019 | Tag 6 – Altlasten loslassen

Ich wache früh auf, noch etwas erschöpft und beschließe, zur Aktivierung meines Körpers den Tag mit einer Runde im Thermalbad zu beginnen. Gesagt, getan. Im Bademantel gehe ich in die  Schwimmhalle, die von einem riesigen Buddha „bewacht“ wird. Zu Füßen des Buddhas trinke ich erst einmal ein warmes Ingwerwasser und gleite dann sanft in das angenehm temperierte, sehr weiche Wasser. Ich schwimme 30 Minuten ganz in Ruhe meine Runden – immer dem Buddha entgegen. Danach bin ich erfrischt, habe ein gutes Körpergefühl und mache mich fertig für das Getränk, dass die Wende in meiner Panchakarma Kur darstellt.

Heute ist Abführtag

Das bedeutet, dass ich zum Frühstück ein mit Rhizinusöl gemischtes Getränk bekomme, das die vom Ghee gesammelten Giftstoffe aus meinem Magen-Darm-Trakt abtransportieren soll. Das Getränk schmeckt schrecklich, aber ich überlebe es und nach ein paar Runden im Park begebe ich mich auf mein Zimmer und warte, bis der Darm sich meldet. Das wird einige Male den Tag über sein. Zu dem Abführgetränk habe ich ein Protokoll bekommen, in dem ich verschiedene Aspekte zu meinen Toilettenbesuchen festhalten soll. Am Ausleitungstag gibt es mittags und abends Reissuppe, um den Verdauungstrakt zu entlasten und bei der Entgiftung zu unterstützen.

Nach dem Mittagessen habe ich einen Termin bei dem Ayurveda-Mediziner, der nicht ganz zufrieden ist und mir noch zusätzlich eine Kräuterpille verpasst. Den Rest des Tages verbringe ich mit dem Loslassen von „Altem“. An Yoga ist auch heute nicht zu denken. Nach der Abendsuppe gibt es einen tollen Vortrag von Dr. Subasinghe über Meditation. Welche Benefits Meditation hat, welche Arten von Meditation es gibt und was Meditation mit Entgiftung zu tun hat. Zum Abschluss meditieren wir, was ein wunderbarer Einstieg in die Nachtruhe ist. Nur noch eine Tasse Schlafmilch und schon bin ich eingeschlummert.

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24. September 2019 | Tag 7 – Tiefenentspannt dank Königsguss

Am nächsten Morgen fühle ich mich klarer und etwas kräftiger und verspüre einen deutlichen Bewegungsdrang. Ich gehe vor dem Frühstück wieder ins Thermalbad und freue mich danach auf ein „richtiges“ Frühstück. Denn es gibt am Tag nach der Ausleitung ein warmes Getreidefrühstück. Ich esse langsam ein paar Löffel und fühle mich schnell gesättigt.

Ausgleich der Gehirnhälften durch Synchromassage

Viel esse ich nicht, da der intensive Königsguss (Pizzichilli) für 8.15 Uhr auf meinem Plan steht. 7 Liter warmes Öl fließen über den Körper, während zwei Therapeutinnen das Öl synchron von Kopf bis Fuß einmassieren. Diese Behandlung soll den Stoffwechsel von Haut und Organen noch intensiver anregen als die anderen Behandlungen und wirkt sehr stark entschlackend und reinigend. Entspannt rutsche ich wie ein Fisch über die glitschige Oberfläche und genieße die sanften Streichbewegungen. Das viele Öl umschließt mich wie ein Mantel und ich fühle mich sehr geborgen. Mittels des Schweißes werden Giftstoffe aus dem Körper ausgeschieden. Ob die Behandlung „erfolgreich“ war, kann man manchmal daran erkennen, dass das Öl am Ende der Behandlung dunkler ist als vorher.

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Im Anschluss an das Pizzichilli und eine Ruhephase bekomme ich heute einen Matra-Basti. Das ist ein kleiner aufbauender Öleinlauf, der das Allgemeinbefinden verbessert und sehr beruhigend wirkt. Ich warte 20 Minuten bevor ich dusche.

Ansonsten passiert heute nicht viel, da man am Tag nach dem Ausleitungstag zu Ruhe aufgerufen ist, um den Körper nicht von seiner weitergehenden Entgiftungsarbeit abzuhalten. Passend dazu habe ich eine kosmetische Gesichtsbehandlung gebucht, bei der ich direkt einschlafe. Ruhemodus eben!

Zum Mittagessen gibt es ein wahnsinnig leckeres Kitchari, von dem ich mir sofort das Rezept geben lasse. Am Nachmittag gehe ich zum Yoga und freue mich anschließend sehr, dass ich schon heute wieder in den Genuss des zwei gängigen Abendessens komme.

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Abends lädt die Geschäftsführung zu einem Cocktail in die Lobby ein. Carina Preuss empfängt strahlend die Gäste, berichtet von den neuesten Entwicklungen im Ayurveda Parkschlösschen.

 

25. September 2019 | Tag 8 – Zwischen Dampfbox und Kochworkshop

Heute wache ich kurz vor sieben auf, schlüpfe in meinen Badeanzug und drehe pünktlich zur Öffnung des Schwimmbads meine Runden im warmen Thermalwasser.

Peelingmassage für einen strahlenden Körper und entspannten Geist

Direkt im Anschluss wartet um 8.15 Uhr meine siebte Behandlung auf mich. Heute gibt es für mich eine aktivierende und entschlackende Massage mit Kräuterpulver, die sogenannte Udvartana. Ich werde mit warmer Heilerde eingerieben. Super für mich Frostbeule. Die anschließende Massage durchwärmt mich bis in die tiefsten Gewebeschichten. Das Ergebnis: ein prickelnd frisches Hautgefühl und straffere Konturen. Um die Entschlackung über die Haut weiter zu intensivieren, geht es nun in eine Art Waschküche mit dampfenden Kräuterboxen. Es riecht sehr ungewohnt und die Boxen sehen auch interessant aus – wie ein Solarium aus Holz. Therapeutin Karin öffnet den Deckel, ich steige hinein und lege mich auf den Rücken – den Kopf links außerhalb des Kastens. Der Deckel schließt sich über meinem Körper und es wird heiß. Durch die Hitze öffnen sich die Poren und die nährenden Öle können besser vom Körper aufgenommen und verwertet werden. Die Durchblutung wird gefördert und der Stoffwechsel angeregt. Karin bleibt die ganze Zeit dabei, um immer wieder die Temperatur abzufragen, mir kühle Kompressen auf die Stirn zu legen und darauf zu achten, dass es mir gut geht. Ich schwitze wie verrückt!

Die Sache mit dem Einlauf

Nach 15 Minuten werde ich befreit und in den Ruheraum begleitet. Hier gibt es einen warmen Tee und Karin bereitet alles vor für den Shodhana Basti, einem therapeutischen Heilkräuter-Einlauf mit ausleitender Wirkung vor. Er ist wichtiger Bestandteil der Panchakarma Kur. In den Gesprächen zwischen den Gästen sind die Einläufe immer ein großes Tabuthema. Viele haben Angst vor Einläufen, aber es ist überhaupt nicht schlimm. Die Therapeutinnen im Ayurveda Parkschlösschen sind absolute Profis und sehr einfühlsam. Die Flüssigkeit wird in Darmwärme appliziert, der weiche Schlauch wird ganz sanft eingeführt, so dass ich kaum etwas gespürt habe. Anschließend bleibe ich noch etwas liegen und drehe mich ein bisschen hin und her, damit das Heilwasser den Darm in möglichst vielen Schlingen erreichen kann.

Nach kurzer Zeit verspüre ich den starken Drang, zur Toilette des Ruheraums (glücklicherweise nur 2 Meter entfernt) zu gehen und die Flüssigkeit auszuscheiden. Ich komme mir so gut durchgepustet vor wie nach einer „Rohrreinigung“ und fühle mich sauber, entspannt und leicht. Ich husche noch schnell unter die gegenüberliegende Dusche und gehe schnurstracks zum Mittagessen, da mein Magen nach diesem intensiven Vormittag stark knurrt.

Ayurveda Cuisine selbst zubereiten – Kochworkshop im Ayurveda Parkschlösschen

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Nachmittags findet ein Kochworkshop in der Lehrküche statt, zu dem ich mich angemeldet und auf den ich mich schon tagelang gefreut habe. In einem hübschen Nebengebäude hat das Ayurveda Parkschlösschen eine moderne große Küche mich 3 vollständigen Kochplätzen eingerichtet. Sumudu Weeramundage hat Rezepte vorbereitet und beginnt mit einer kurzen Einführung in die ayurvedische Kochkunst.

Er erklärt die Bedeutung der Gewürze und bereitet mit uns eigene Currymischungen zu, die wir überall einsetzen können. Dann werfen wir uns die Schürzen um und es geht in Dreiergruppen an die Arbeit. Alle Gruppen bereiten zuerst den süß-scharfen Apfel-Mango-Crumble (wie gesagt beginnt man klassischerweise im Ayurveda eine Mahlzeit mit der Süßspeise), dann die goldgelb leuchtende Süsskartoffel-Suppe und am Ende das würzige Kohlrabi-Möhren-Curry mit Pistazien-Reis zu, für das wir gleich unsere neue Gewürzmischung einsetzen. Obwohl ich schon eine Ausbildung als Ayurveda-Köchin habe, bekomme ich hier einige neue Tipps und Tricks. Es macht sehr viel Spaß und der Kochkurs endet mit einem gemeinsamen Abendessen. Ich freue mich, dass der Abführtag nun 2 Tage hinter mir liegt und ich das gesamte Menü genießen darf.

Schlaf als eine der wichtigsten Quellen der Lebensenergie

Pünktlich schaffen wir es noch zum Vortrag von Vanita Kansal, die heute über „Gesunden Schlaf im Ayurveda“ spricht. Guter Schlaf ist eine der wichtigsten Energiequellen. Im Schlaf werden z.B. Erlebnisse des Tages verarbeitet, Zellen regeneriert und repariert, Stress abgebaut und die Hormon- und Wärmeregulation findet statt. Die Schlafdauer ist von Mensch zu Mensch und von Typ zu Typ sehr unterschiedlich. Wichtig ist, dass man sich tagsüber ohne „Aufputschmittel“ (auch Kaffee gehört dazu) aktiv und fit fühlt, keine chronische Müdigkeit verspürt und kein zusätzliches Schlafbedürfnis hat. Schlafstörungen haben verschiedene Ursachen und können gut durch eine ayurvedische Therapie behandelt werden.

Auch für das Restless Leg Syndrom, Abgeschlagenheit am Morgen und Schlaf-Apnoe hat Frau Kansal Lösungen und erklärt die Wirkungen verschiedener Kräuterpräparate in Bezug auf den Schlaf. Erfüllt mit dem neuen Wissen gehen wir um 21.30 Uhr in unsere Zimmer, da laut ihren Ausführungen die Kapha-Phase bis 22 Uhr am besten geeignet ist, um eine Nacht mit gesundem Schlaf zu beginnen. Auf dem Zimmer wartet schon die leckere Schlafmilch auf mich, die ich nicht mehr missen möchte .

 

​26. September 2019 | Tag 9 – Die Stunde der Wahrheit

Wunderbar ausgeschlafen gehe ich am vorletzten Tag nach dem Frühstück zu Frau Kansal. Heute erfahre ich, was sich in der letzten Woche bei mir verändert hat. Und ob ich es geschafft habe, mein System runterzufahren und mein Gedankenkarussell zu beruhigen. Meiner Wahrnehmung nach bin ich im absoluten Ruhemodus. Frau Kansal tastet meinen Puls und bestätigt dies. Der Pitta-Puls hat sich beruhigt. Auch habe ich viel besser geschlafen und fühle mich leichter. Nur der Druck in der Brustgegend, der seit Tag 2 da ist und mich bei der Tiefenatmung daran hindert, unbeschwert von der Brust in den Bauch zu atmen, ist nicht verschwunden. Auch die Chakrenöle, die ich bekommen habe, und der Herz-Basti konnten daran nichts ändern. Ich entscheide mich für einen Mental Detox Termin bei Kathleen Landbeck, der Ayurveda Psychologie Beraterin, die ich schon in einem Vortrag am zweiten Tag kennengelernt habe. Vielleicht liegt die Ursache des Drucks auf einer mentalen-emotionalen Ebene.

Gut gerüstet für die Zeit nach der Kur

Mit Unterlagen zu den ayurvedischen Präparaten, die ich noch 3 Monate weiter nehmen soll, Listen zu für mich passenden Nahrungsmitteln und Hinweisen zur Tagesroutine verlasse ich Frau Kansal und mache mich fertig für meine Behandlung.

Eine Kräuterstempelmassage mit Zitronen-Kokos-Beuteln. Ich fühle mich wie im Karibikurlaub, als die Therapeutinnen die duftenden Beutel vorbereiten. Geriebene, speziell geröstete Kokosnuss und viel frische Zitrone, in Öl erhitzt, sind der Inhalt. Wie immer beginnt alles mit einer entspannenden Kopfmassage. Es folgt eine Schulter-/Nackenmassage und eine Ganzkörpermassage, bevor die Massage mit den prall gefüllten Säckchen beginnt.

Synchron werden diese von den Therapeutinnen in Form von tupfenden Bewegungen auf dem ganzen Körper aufgetragen. Schon die Hitze der Beutel allein sorgt für eine erhöhte Durchblutung und angeregten Stoffwechsel. Dazu kommt, dass durch die Hitze die Fähigkeit der Haut steigt, Stoffe von außen aufzunehmen und von innen auszuscheiden und die Kräuter durch die Hitze reaktiver werden, also intensiver wirken. Zu den Vorzügen der Behandlung gehört die Entgiftung und Straffung von geschwächtem, verunreinigtem Bindegewebe, die Stärkung des Nervensystems, die Verbesserung von schmerzhaften oder blockierten Gelenken, der Ausgleich von Vata Störungen und die Revitalisierung des Körpers. Der Behandlung folgt noch einmal ein kleiner aufbauender Einlauf mit Öl, ein sogenannter Matra-Basti.

Beim Mittagessen erfahre ich, dass ich nachmittags einen Mental Detox Termin bei Kathleen Landbeck bekommen habe. Ein bisschen mulmig ist mir schon, da ich nicht weiß, was auf mich zukommt.

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Ohne Umwege zu geistiger Klarheit und innerer Weite

Um 16 Uhr kommt Kathleen Landbeck mir strahlend und herzlich entgegen, nimmt mich mit und führt uns abseits vom Geschehen in ein ruhiges hübsches Zimmer. Sie bittet mich, in mich hineinzuspüren, ab wann ich diesen Druck, diese Brustenge habe. Und wie durch ein Wunder kann ich plötzlich diese Frage ganz klar beantworten. Was dann geschieht, kann (und möchte) ich mit Worten nicht beschreiben. Es ist ein intensiver Prozess mit Höhen und Tiefen, mit Tränen und Lachen im Wechsel. Am Ende stehe ich auf und… meine Brustenge ist weg. Ein wunderbares Gefühl! Kathleen Landbeck hat mir wieder einmal klar vor Augen geführt, dass Körper, Geist und Seele miteinander verbunden sind und wie wichtig und notwendig es ist, innezuhalten, in sich hineinzuspüren, hinter die eigene Fassade zu schauen und sich damit auseinanderzusetzen. Die meisten körperlichen Beschwerden und Krankheiten entstehen in der Seele und nur wenn man hier im reinen ist, kann auch der Körper gesunden. Sehr dankbar, klar und leicht verlasse ich den Raum und bin ganz sicher, dass ich an diesen Ort zu dieser Frau zurückkehren werde.

Je mehr wir uns erlauben, voll und ganz zu erfahren, wer wir sind, desto größer die Möglichkeit einer Veränderung. Laurence Heller

 

​27. September 2019 | Tag 10 – Abschied

Der letzte Tag im Ayurveda Parkschlösschen steht an und ich gehe ein letztes Mal ins Thermalbad, um hier unter der Obhut des Buddhas meine Runden zu schwimmen. Ich bin auf der einen Seite traurig, diesen wunderbaren Ort zu verlassen, aber ich freue mich auch auf meine Familie und darauf, viele Elemente wieder aufzugreifen und neue Rezepte zu Hause auszuprobieren und zu teilen.

Um 8.15 Uhr steht eine Seidenhandschuhmassage auf dem Terminplan. Wieder ein Highlight! Eine sanfte Ganzkörper-Peelingmassage zur Anregung von Kreislauf und Stoffwechsel. Durch die verwendeten Rohseidenhandschuhe wird eine Art Spannung erzeugt, die den Energiefluss verbessert. Abgestorbene Hautzellen werden entfernt und die Haut wirkt frischer. Cellulite kann verringert und das Hautbild insgesamt verbessert werden. Meine Haut fühlt sich tatsächlich nach der Behandlung wie neu an. Die besten Bedingungen für einen „Neustart“ zu Hause.

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Mit diesem guten Gefühl packe ich meinen Koffer und gehe um 12.00 Uhr zu meinem letzten Termin zu Vanita Kansal. Sie kontrolliert nochmals Puls und Blutdruck und nachdem ich gestern alle Unterlagen für mein weiteres körperliches Entgiftungsprogramm bekommen habe, geht Sie heute mit mir mein Mental Detox durch. Viel Yogapraxis, Meditation & Pranayama, regelmäßig vor 22 Uhr ins Bett gehen, keine langen To Do Listen (max. 3 To Dos pro Tag ), dafür mehrmals täglich kleine Auszeiten, Handy- und PC-Gebrauch nur zwischen 9 und 19 Uhr, regelmäßig Termine mit guten Freunde vereinbaren und viele Dinge tun, die meine Seele nähren. Ich bin gespannt, wie gut ich mich von meinen schlechten Gewohnheiten lösen kann.

Ich bin sooo wahnsinnig dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte, diese Panchakarma Kur zu machen, viele wertvolle Erfahrungen sammeln und so viele wunderbare Menschen kennenlernen zu dürfen. Das Ayurveda Parkschlösschen ist ein so kraftvoller Ort, der mir sowohl Ruhe als auch Energie geben konnte. Ich habe mich sehr gut und kompetent betreut geführt und man spürt hier, dass Qualität, Professionalität und Individualität groß geschrieben werden und sich ganzheitlich durch alle Bereiche ziehen. Das Ayurveda Parkschlösschen ist ein einzigartiger Ort für Ayurveda Kuren – viele kleine Details verbinden sich hier zu einem großen Ganzen.

Nach der Kur fühle ich mich sehr entspannt, meine Augen leuchten und meine Haut ist ganz weich und rein. Ich habe in dieser Woche wieder gespürt, warum und wie sehr ich Ayurveda liebe und wie stark er mein Leben inspiriert.

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​Die traditionelle Panchakarma Kur ist das Herzstück und Hauptangebot des Ayurveda Parkschlösschens und wird ganzjährig angeboten. Darüber hinaus gibt es Kuren und Auszeiten mit verschiedenen Schwerpunkten und Themen. Dazu kommen Yoga- und Ayurveda-Retreats.

Weitere Informationen zum Kurangebot findetst Du hier: www.ayurveda-parkschloesschen.de. Das Ayurveda Parkschlösschen hat auch einen ganz tollen und gut sortierten Shop und Online-Shop: www.ayurveda-parkschloesschenshop.de

Ich freue mich sehr über Fragen, Anregungen oder eigene Erfahrungen oder Kommentare in der Kommentarfunktion.

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